Siegfried Seidemann – Architekt in Heidelberg
Der aus Schlesien stammende Architekt Siegfried Seidemann (1879-1956) lieferte die Entwürfe für mehr als zwei Dutzend Gebäude in Heidelberg, war aber lange Zeit weitgehend unbekannt und in Vergessenheit geraten.
Bis zum Berufsverbot durch die Nationalsozialisten 1933 wurden repräsentative Wohnhäuser und Villen, vor allem in der Weststadt und in Neuenheim, nach Seidemanns Plänen erbaut. Er leitete die Renovierung und Umgestaltung der Altstadt-Synagoge und war am Entwurf für das soziale Wohnprojekt Atzelhof in Handschuhsheim beteiligt.
Seidemann wurde 1940 ins Lager nach Gurs deportiert, konnte frei kommen und in die USA flüchten. Von dort aus begann 1945 ein zäher und teils vergeblicher Kampf um Wiedergutmachung mit den deutschen Behörden. Im Alter von über 70 Jahren musste er als „Liftboy“ arbeiten. 1956 starb er krank und vereinsamt in New York. „Früher Architekt in Heidelberg“ stand lapidar in der Todesanzeige.
Seit September 2022 liegen vor dem Haus Kleinschmidtstraße 23 in der Weststadt zum Gedenken Stolpersteine für Ignatz, Paula und Siegfried Seidemann.
Bis zum Berufsverbot durch die Nationalsozialisten 1933 wurden repräsentative Wohnhäuser und Villen, vor allem in der Weststadt und in Neuenheim, nach Seidemanns Plänen erbaut. Er leitete die Renovierung und Umgestaltung der Altstadt-Synagoge und war am Entwurf für das soziale Wohnprojekt Atzelhof in Handschuhsheim beteiligt.
Seidemann wurde 1940 ins Lager nach Gurs deportiert, konnte frei kommen und in die USA flüchten. Von dort aus begann 1945 ein zäher und teils vergeblicher Kampf um Wiedergutmachung mit den deutschen Behörden. Im Alter von über 70 Jahren musste er als „Liftboy“ arbeiten. 1956 starb er krank und vereinsamt in New York. „Früher Architekt in Heidelberg“ stand lapidar in der Todesanzeige.
Seit September 2022 liegen vor dem Haus Kleinschmidtstraße 23 in der Weststadt zum Gedenken Stolpersteine für Ignatz, Paula und Siegfried Seidemann.